SA Dienstdolche

Der Stabschef der Sturmabteilung (SA) Ernst Röhm entschied Mitte 1933, dass Mitglieder der SA zukünftig eigene Dienstdolche tragen. 

Die ersten Prototypen dieser in Anlehnung eines Schweizer Dolches aus dem 15. Jahrhundert wurde Ende 1933 kurz vor Weihnachten fertiggestellt.

Die Auslieferung erfolgte an hohe Mitglieder der SA Führung. 

Diese seltenen Dolche nannte man Weihnachtsdolch. Sie unterschieden sich von der späteren Ausführung anhand des Griffadlers und der Klingendevise. 

Am Griff wurde der ursprüngliche typische SA- Adler verbaut, der sich in seiner Form von den nachfolgend benutzten Adlern deutlich abweichte. Die Devise wich von den später verwendeten Schriftarten ab. Dies lies sich am „A“ bei „Alles für Deutschland“ erkennen, welches hierbei in Frakturschrift geschrieben wurde.

1934 startete die geplante Produktion der SA Dienstdolche. In der Abweichung vom Prototyp wurde in diesem Fall der v.g. Adler und die Klingendevise leicht abgeändert.

Hierbei handelte es sich um einen sehr großen Auftrag. Denn es mussten in kürzester Zeit bis zum Jahresende 1934 für circa 3 Millionen Mitgliedern der Sturmabteilung Dienstdolche hergestellt werden. Diese enorme Produktion konnte nur unter Beteiligung vieler verschiedener Produktionsfirmen bewältigt werden. Die Herstellung von Dienstdolchen erstreckte sich in der Folge über einen Zeitraum von circa 9 Jahren bis 1942.

Der Dienstdolch in seinen Einzelteilen

  • Klinge
  • Untere Parierstange
  • Griff
  • Griffeinlage „Reichsadler“
  • Griffemblem „SA Pastille“
  • Obere Parierstange
  • Kopfschraube
  • Scheide
  • Unterer Scheidenbeschlag mit Ball
  • Oberer Scheidenbeschlag mit Ring
  • Scheidenbeschlag Schrauben
  • Mundblech

Sie lassen sich in drei Herstellungszeiträume einteilen.

1933 – 1935 Die frühe Herstellungsperiode

In dieser Zeit verwendete man höherwertige Materialien. Die Metallteile bestanden vorwiegend aus Nickel. Die Verarbeitung von Dolchen aus der frühen Herstellungsperiode war präzise und passgenau. An Dolchen der frühen Fertigungsperiode finden sich an der unteren Parierstange eingestanzte Buchstaben, diese stehen für die verschiedenen Gruppen der Reichsgaue.

1936 – 1938 Die mittlere Herstellungsperiode

Die Verarbeitung von Dolchen in dieser Zeit war ähnlich wie in der frühen Fertigungsperiode. Mit Einführung der Reichszeugmeisterei wurden zusätzliche RZM Kennzeichnungen auf der Klinge angebracht.

1939 – 1942 Die späte Herstellungsperiode

Dienstdolche der späten Herstellungszeit wurden nicht so passgenau wie in den Vorjahren hergestellt. Die verwendeten Materialien waren nicht mehr so qualitativ hochwertig. Auf der Klinge findet sich nur noch die RZM Kennzeichnung ohne das vorher verwendete Herstellerlogo.

Der Ankauf und Verkauf von Dolchen